Ausbildung der Träger von Chemikalienschutzanzügen

Im 6. Entwurf der FWDV 2 für Bayern steht beim Lehrgang „Zusatzausbildung CSA“:
Voraussetzungen für die Lehrgangsteilnahme ist der erfolgreich abgeschlossene Lehrgang „Atemschutzgeräteträger“. Ziel der Ausbildung ist die Befähigung zum Einsatz mit dem Chemiekalienschutzanzug (CSA). Lehrgangsdauer: mindestens 8 Stunden. Der Lehrgang wird auf Kreisebene durchgeführt.

Das wirft natürlich die Frage auf, welche Inhalte im Rahmen dieser Ausbildung gelehrt werden sollten. Um Denkanstöße zu geben stelle ich im Folgenden ein mögliches Konzept für die Ausbildung auf Kreisebene vor. Verbesserungsvorschläge dürfen selbstverständlich gerne in den Kommentaren geposted werden 😉

Die Grundlagen zum Vorgehen im ABC-Einsatz werden vorausgesetzt oder im Rahmen einer eigenen Ausbildungseinheit vorab separat gelehrt.

Freitag Abend erfolgt die theoretische Ausbildung über Grundlagen und Ablauf der  Dekontamination (ca. 1,5 Stunden; dies könnte auch im Rahmen einer separaten Ausbildung erfolgen) sowie zu den Chemikalienschutzanzügen (ca. 1,5 Stunden über Arten der CSA, Einsatzgrundsätze, Verhalten im Notfall, mit praktischer Vorführung des An- und Ablegens von Körperschutz Form 2 und 3).

Samstag vormittag folgt über einen Zeitraum von 3-4 Stunden die Praxis im Rahmen einer Stationsausbildung. Neben den Stationen werden zwei Dekon-Plätze von Wehren, die entsprechend ausgebildet und ausgerüstet sind, errichtet und betrieben (die angehenden CSA-Träger werden wie im Ernstfall dekontaminiert; falls vorhanden bietet sich die Einbindung des ABC-Zuges an, um einen Dekon-Platz der Stufe 2 und einen Dekon-Platz der Stufe 3 in die Ausbildung zu integrieren). In der Stationsausbildung wird zweigleisig verfahren:

Ein Trupp rüstet sich mit Vollschutzanzügen (Körperschutz Form 3) aus und darf unter Begleitung eines Ausbilders zuerst eine Einsatzstelle erkunden (LKW mit Gefahrguttafel, Behältnisse mit Gefahrstoffkennzeichnung, Umgebung z.B. hinsichtlich Ausbreitungsgefahr) und die Informationen über Funk an den Ausbilder durchgeben. Anschließend darf der Trupp einen Flansch austauschen (Flansch mit Dichtungsring, Bolzen, Muttern unter Verwendung von Handwerkzeug). Dann darf er über ein Leiterteil eine Ladefläche besteigen und wieder verlassen. Ist noch ausreichend Luft vorhanden folgt eine kurze Belastungsübung in Form von umstapeln gefüllter Wasserkanister (z.B. Schaummittelkanister a 20 kg) von der mit Kanistern befüllten Gitterbox in eine leere Gitterbox in 10 Metern Entfernung. Danach gehts zur Dekontamination an den Dekon-Platz.

Der zweite Trupp rüstet sich parallel zum ersten Trupp mit leichten CSA (Körperschutz Form 2) mit umluftunabhängigem Atemschutz aus. Anschließend darf er ebenfalls in Begleitung eines Ausbilders eine Einsatzstelle erkunden und dabei seine Erkenntnisse dem Ausbilder über Funk mitteilen. Falls die Luft ausreicht darf er anschließend noch über ein Leiterteil eine Ladefläche besteigen und wieder verlassen (da die zwei Stationen parallel laufen ist das Ziel, dass beide Stationen mit einer Flaschenfüllung von einem Teilnehmer bewältigt werden können). Im Anschluss geht es zum Dekon-Platz.

Nachdem alle Teilnehmer beide praktischen Stationen durchlaufen haben demonstrieren die Ausbilder mittels einer praktischen Vorführung den Ablauf der Rettung eines CSA-Trägers in Not. Aufgrund der unterschiedlichen Gegebenheiten (z.B. Rettungsmittel) in den Wehren erfolgt das praktische Notfalltraining der CSA-Träger auf Standortebene. Tipps und Tricks zur Vorbereitung auf den CSA-Notfall findet ihr hier. Zu guter Letzt findet ihr hier noch den Erfahrungsbericht eines Beinahe-Unfalls.

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