Modell für Effekte mit toxischen Gasen (MET) – Berechnung von Zwischenwerten

Das Modell für Effekte mit toxischen Gasen (MET) ist in der Übungsserie „C-Ausbreitungsabschätzung“ immer wieder Thema und wir stellen damit eine Übungsmöglichkeit zur Anwendung dieses Modells zur C-Ausbreitungsabschätzung zur Verfügung.

Vorbemerkungen

Grundlage ist die Anwendung der im Buch Gefahrgut-Ersteinsatz abgedruckten  Version. Neben dieser Papierversion die seit 1985 existiert wird eine Software für Windows von der Firma ISi Technologie GmbH. Diese Software ist viel feiner als die Papierversion von MET. Daneben gibt es eine Lizenz für die Integration in Memplex. Einen Überblick über die Entwicklung von MET bietet die Firma ISi Technologie GmbH auf ihrer Seite „Von wem stammt MET?

Mein persönlicher Höhepunkt auf der Interschutz 2010 war ein Treffen mit Prof. Dr. Bützer und Dr. Silvestri. Daraus entstand dieser Artikel über die Software MET 4.5, die damals aktuelle Version.

Was in den Lösungen zu den Übungen „C-Ausbreitungsabschätzung“ immer weggelassen wird, ist die Berechnung von Zwischenwerten der Tabellen auf dem Buch „Gefahrgut-Ersteinsatz“. Grund für die Vereinfach ist die Anwendbarkeit. Wenn man die Abweichungen sieht, ist die Berechnung von Zwischenwerten sicher interessant in dem ein oder anderen Einsatz. Die meisten werden aber die Berechnung der Zwischenwert zu selten anwenden, um diese sicher im Einsatz zu beherrschen. Trotzdem oder gerade deshalb soll in diesem Artikel an Beispielen die Berechnung von Zwischenwerten aufgezeigt werden. In der aktuellen Version 2013 des Buches Gefahrgut-Ersteinsatz finden sich auch einige Beispiele zur Berechnung von Zwischenwerten.

Berechnung von Zwischenwerten

Grundlage ist das Buch Gefahrgut-Ersteinsatz 2013 und das dort enthalten MET.

Grundsätze zur Berechnung von Zwischenwerte

  • Zwischenmengen des freigesetzten Stoffen werden linear interpoliert
  • Zwischenmengen der Giftigkeit werden logarithmisch Interpoliert

Beispiel 1

  • Ammoniak UN-Nr, 1005
  • 160 ppm (PAC-2, 60 min)
  • Menge: 10.000 kg
  • Mass Factor 1
  • Ausbreitungsklasse D
Im Freien Im Haus
400 ppm 460 m 40 m
80 ppm 950 m 170 m
Differenz 490 m 130 m

Im Freien

  • 490 m entsprechen 320 ppm
  • 1 ppm entspricht 490 m / 320 ppm ≈ 1,5 m
  • Differenz 80 ppm zu 160 ppm: 80 ppm
  • 80 ppm x 1,5 = 120 m
  • 950 m – 120 m = 830 m

Im Haus

  • 130 m entsprechen 320 ppm
  • 1 ppm entspricht 130 m / 320 ppm ≈ 0,4 m
  • Differenz 80 ppm zu 160 ppm: 80 ppm
  • 80 ppm x 0,4 = 32 m
  • 170 m – 32 m = 138 m

Beispiel 2

  • CHLOR-CYAN, stabilisiert , UN-Nr 1589
  • 0,4 ppm (PAC-2, 60 min)
  • Menge: 1.500 kg
  • Mass Factor: 1
  • Ausbreitungsklasse D
0,4 ppm (im Freien) 0,4 ppm (im Haus)
1.000 kg 2550 m 700 m
2.000 kg 3250 m 1050 m
Differenz 700 m 350 m
1.500 kg 2550m+(700m x 500/1000) = 2900m 700m+(350m x 500/1000) = 875m

 Beispiel 3

  • ETHYLEN-CHLOR-HYDRIN UN-Nr 1135
  • 4 ppm (PAC-2, 60 min)
  • Menge: 10.000 kg
  • Mass Factor: 0,042
  • Ausbreitungsklasse D

Freigesetzte Menge: 10.000 kg x 0,042 = 420 kg

4 ppm (im Freien) 4 ppm (im Haus)
200 kg 650 m 70 m
500 kg 900 m 120 m
Differenz 250 m 50 m
420 kg 650m+(250m x 220/300) = 833m 70m+(50m x 220/300) = 107m

Beispiel 4

  • Ammoniak UN-Nr 1005
  • 160 ppm (PAC-2, 60 min)
  • Menge: 15.000 kg
  • Mass Factor: 1
  • Ausbreitungsklasse D

Im Freien:

  80 ppm 400 ppm
10.000 kg 950 m 460 m
20.000 kg 1250 m 650 m
Differenz 300 m 190 m
15.000 kg 950m+(300m x 5000/10000) = 1100m 460m+(190m x 5000/10000) = 555m
  • 545 m entsprechen 320 ppm
  • 1 ppm entspricht 545 m / 320 ppm ≈ 1,70 m
  • Differenz 80 ppm zu 160 ppm: 80 ppm
  • 80 ppm x 1,70 = 136 m
  • 1100 m – 136 m = 964 m

 Im Haus:

  80 ppm 400 ppm
10.000 kg 170 m 40 m
20.000 kg 230 m 60 m
Differenz 60 m 20 m
15.000 kg 170m+(60m x 5000/10000) = 200m 30m+(10m x 5000/10000) = 35m
  • 165 m entsprechen 320 ppm
  • 1 ppm entspricht 165 m / 320 ppm ≈ 0,51 m
  • Differenz 80 ppm zu 160 ppm: 80 ppm
  • 80 ppm x 0,51 = 40 m
  • 200 m – 40 m = 160 m

Schlussbemerkung

Die Werte wurden nach bestem Wissen und Gewissen berechnet. Rechenfehler und Rundungseffekte können nicht ausgeschlossen werden. Über einen Hinweis wäre ich sehr dankbar.

 

Update

Fehler im Beispiel 4 beseitigt.

3 Comments

  1. Hey, Mathias

    Hallo Andre!

    Im Rahmen meiner Vorberitung bin ich auf diese Seite gestoßen(Nüßler).
    Finde ich auch sehr schön, aber eine detailiertere Berechnung hätte mir weiter geholfen.

    Gruß Mathias

  2. Christian Fritsch

    Hallo Andre!

    Du solltest ergänzen, dass Du sowohl die Stoffmengen als auch die Giftigkeit linear interpoliert hast. Dies ist durchaus zulässig, führt in der Konsequenz zu konservativeren Werten (man ist also auf der sichereren Seite) und wird wegen der schnelleren Durchführung auch von mir und allen mir bekannten „Arbeitern“ an der ABC-Front so durchgeführt.
    Zum besseren Verständnis des Beispiels 4 solltest Du anmerken, dass Du in einem ersten Schritt die Stoffmenge analog den Beispielen 2+3 linear interpoliert hast und so auf die 545m (bzw.165m) gekommen bist.

    Es grüßt ganz herzlich

    Christian

  3. Andre Schild

    Hallo Christian,

    danke für die Anmerkungen. Ja das stimmt. Die Interpolation wurde in der damaligen Version so beschrieben. Ich muss aber auch sagen ich nutze sie im Einsatz bewusst nicht sondern schätze konservativ ab. Schnelligkeit vor Genauigkeit.

    Gruß Andre

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