Blick über den Tellerrand – heimische Gifttiere

Der größte „Giftpanscher“ ist nicht der Mensch, sondern die Natur. Da die Feuerwehr auch zur Unterstützung bei Einsätzen mit Tieren (z.B. Schlangensuche, Spinnensuche, Entfernung von Eichenprozessionsspinnern) herangezogen wird werfen wir heute mal einen Blick auf die heimische Tierwelt.

Die Auffangstation für Reptilien München e.V. hat einen Bestimmungsschlüssel für heimische Schlangenarten im Internet bereitgestellt. Die Bisse heimischer Vipern können unangenehme Folgen haben, sind jedoch für den normalen gesunden Menschen nicht lebensbedrohlich bzw. tödlich. Die giftigste Schlange in Deutschland und Europa ist die Kreuzotter. Bei einem Biss injiziert sie bis zu 10 mg, lebensbedrohlich wird ihr Gift ab einer Dosis von 75 mg.

Beträgt der Gebissabstand, also der Abstand der zwei Einstichlöcher in der Haut, mehr als 2 cm, dann handelt es sich um keine in Deutschland heimische Art und es kann eine wesentlich giftigere Schlange (kann, nicht muss!) dahinterstecken. In diesem Fall sollte die Schlange möglichst schnell identifiziert werden.
Walter Schön betreibt ein Portal zur Raupenbestimmung.
Die Kreuzspinne ist zwar nicht in den verlinkten Top Ten, aber auch (noch) weit verbreitet. Sie wird bis zu 1,8 cm groß, ist hell gelbbraun bis dunkel rotbraun oder schwarzbraun und am Hinterleib befinden sich 5  Flecken mit weißer Kreuzzeichnung. Die Gartenkreuzspinne sitzt meist in der Mitte ihres ca. 30 cm breiten Radnetzes und lässt sich von Juli bis September leicht beobachten. Ihre Giftklauen befinden sich vorne am Kopf, aber sind so kurz, dass sie kaum durch die menschliche Haut dringen. Der Biss fühlt sich an wie ein Mückenstich, ist nicht lebensbedrohlich und die Beschwerden verschwinden schnell wieder.
Achtung: Eine Internetseite kann keine Fachberatung ersetzen! Im Zweifel sind immer Fachleute zur Artenbestimmung hinzuzuziehen! Bei Reptilien finden sich z.B. geeignete Ansprechpartner in den Reptilienauffangstationen, Zoos / Tiergärten. Unter unseren heimischen Tierarten befindet sich zum Glück kein Tier, bei dem bereits ein Stich oder Biss tödlich ist. Allerdings gibt es Leute, die Gifttiere aus anderen Ländern halten, so dass die Möglichkeit besteht, im Einsatzfall auch einem „tödlichen“ Gifttier zu begegnen. Deshalb gilt im Zweifel bei Quallen, Schlangen, Fröschen, Spinnen, Skorpionen: Absperren, Abstand halten, Spezialkräfte rufen!
Auch die Giftinformationszentralen können bei Gifttieren im Einsatzfall beratend zur Seite stehen.
Der Giftnotruf München hatte z.B. 2013 über 36.000 Anrufe, ca. 1,5 % der Anrufe waren dabei wegen Tieren und Insekten. Vergiftungen durch Tierbisse oder Stiche sind somit in Deutschland aktuell sehr selten, nehmen aber nach Aussage der Giftinformationszentralen in den letzten Jahren deutlich zu.

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