Interschutz 2015: Analyticon

Die Firma Analyticon stellte ihre Produkte für Einsatzkräfte für die Analytik auf der Interschutz 2015 in Hannover vor. Die Geräte im Vertrieb sind für Einsatzkräfte vor Ort entwickelt. Mit ihnen können erste Ergebnisse auch mit Schutzkleidung erzielt werden. Die Messgeräte sind für die Handhabung unter Kontaminationsbedingungen optimiert. Somit können unbekannten Stoffe sehr schnell vor Ort bestimmt werden.

Für die schnelle Analytik im chemischen Sektor stehen der FirstDefender, TruDefender, GEMINI und M908 zur Verfügung.
Der FirstDefender nutzt die Raman-Technologie zur Identifizierung von Gefahrstoffen. Besonders interessant ist, dass mit dem Gerät eine berührungslose Identifizierung selbst durch transparente Verpackungen hindurch möglich ist. Das Gerät wird in zwei Versionen angeboten. Beim RMX ist ein Schwanenhals angebracht, um Messung an versteckten Stellen durchzuführen. Das RMX kann auch ferngesteuert werden und so z.B. in Roboter integriert werden. Dieses Gerät wird von einem breiten Anwenderkreis genutzt.
Der TruDefender dagegen verwendet FTIR-Technologie um Gefahrstoffe identifizieren zu können. Zwar ist Raman und FTIR schon ein unterschiedlicher Ansatz zur Unterscheidung von Gefahrstoffen, grundsätzlich sind die Technologie aber doch sehr vergleichbar. Durch die eingesetzte Strahlung wird ein für einen Stoff charakteristisches Spektrum erzeugt. Vergleiche ich dieses Spektrum mit einer hinterlegten Datenbank kann ich den Stoff identifizieren. Deshalb sind FirstDefender und TruDefender sich auch wieder sehr ähnlich in der Anwendung und im Leistungsspektrum. Gerade beim Einsatz beider Technologien parallel bekommt man einen zusätzlichen Gewinn bei der Identifizierung einer unbekannten Substanz.

FirstDefender RM und RMX
Das GEMINI ist ein sehr neues Gerät auf dem Markt. Es nutzt die beiden vorgenannten Technologien zur Identifizierung von Stoffen. Neben der Raman-Technologie, die auch im FirstDefender zum Einsatz kommt, ist es FTIR-Technologie, die der TruDefender einsetzt. Genau das macht die Kombination in einem Gerät so spannend.  Bis jetzt sind nur die Technologien in unterschiedlichen Geräten verbaut. Jetzt wurden diese in ein Gerät integriert. Damit ergeben sich für den Anwender einge Vorteile im Ablauf und in der Handhabung. Außerdem muss die Einsatzkraft nur noch auf ein Gerät eingewiesen werden.

Gemini
Neu als Gerät ist auch das M908. Es ist ein Massenspektrometer mit einem Gerätegewicht von 2 kg. So kann es von Einsatzkräften auch unter Schutzkleidung eingesetzt werden. Dieser Ansatz ist für die Gefahrenabwehr noch relativ neu. Er stellt eine Alternative für die schon eingeführte Technologie für die Feldmessung dar.

M908

Für die schnelle Analytik im biologischen Bereich vertreibt Analyticon das FilmArray und Razor EX System. Beide Geräte bringen die im Laborbereich seit Jahren eingeführte PCR-Technolgie an die Einsatzstelle bzw. in ein mobiles Labor.
Das Razor EX System ist dabei ganz klar für Einsatzkräfte vor Ort entwickelt worden. Es kann unter Schutzkleidung und direkt im Gefahrenbereich eingesetzt werden. Nach einer Probenahme und kurzen feldtauglichen Aufbereitung wird eine Kassette mit dem unbekannten Stoff bestückt. Dann können die Stoffe innerhalb von 30 Minuten untersucht werden. Jede Kassette kann die Stoffprobe auf bestimmte Erreger überprüfen. Die Limitierung der Technologie liegt in der Zahl der vorhanden Kassetten für die Erreger. Außerdem lassen sich in einer Kassette nur maximal 10 Erreger bestimmen. Damit sind erste Aussagen über ein Gefahrenpotential möglich. Es ist auch ein Hilfsmittel zur Lagebeurteilung und zur Priosierung von Verdachtsproben bei komplexen Lagen.
Das FilmArray nutzt den gleichen Ansatz wie das Razor Ex System. Es stellt das Bindeglied zwischen dem feldtauglichen Gerät und einem Laborgerät da. Es ist daneben auch für medizinsche Anwendungen geeignet und nicht nur für Umweltproben. Mit den Kassetten des FilmArray lassen sich bis zu 29 Erreger gleichzeitig bestimmen.

Die Geräte sind ein wertvolles Mittel zur Lagebeurteilung vor Ort bei der Identifikation von unbekannten Stoffen. Voraussetzung ist es nur, dass sie in einen Ablauf der Analyse eingepasst werden. Wichtig bei allen diesen Technologien ist auch trotz der einfachen Anwendung die fachliche Beratung an der Einsatzstelle. Alle Ergebnisse sollten durch fachkundiges Personal oder Fachberater auf ihre Plausibilität hinterfragt und mit anderen Messmethoden verglichen werden. Nur so ist eine korrekte Identifikation des unbekannten CBRN-Stoffes möglich.

Vielen Dank an die Firma Analyticon für die Fotos ihrer Produkte.

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