Kontamination und Dekontamination – Teil V

Kontaminationen von Bekleidung bzw. Haut gehören für die Betroffenen zu den eher unangenehmen Situationen. Daher sollen an Dieser Stelle mögliche Gegenmaßnahmen erläutert werden, um den Einsatzkräften die notwendige Sicherheit am Dekon-Platz zu geben. Zunächst einmal gelten zwei wichtige Faustregeln:

Das Ablegen kontaminierter Kleidung beseitigt 90% der Kontamination.

Händewaschen mit Wasser und Seife beseitigt 90% der Krankheitserreger.

Da es sich hierbei um grobe Anhaltswerte handelt, noch ein paar Hintergrundinfos: Ein CSA-Träger, der nach der Grobreinigung ausgekleidet wird, sollte einen „Erfolgsfaktor“ von 100% haben – vorausgesetzt, der CSA ist mechanisch intakt, wurde nicht durch den Gefahrstoff angegriffen und wurde sachgerecht (ohne Kontaminationsverschleppung) abgelegt. Aber auch in normaler Einsatz-, Arbeits- oder Zivilkleidung lassen sich durch das Ausziehen der kontaminierten Kleidungsstücke gute Fortschritte erzielen. Naturgemäß lässt sich bei dicker Kleidung im Winter ein wesentlich besseres Ergebnis erzielen, als im Hochsommer. Der LKW-Fahrer, der im Sommer bei über 30° C versucht, ein leckgeschlagenes Fass mit Gefahrstoffen abzudichten, und dabei allenfalls eine Warnweste als „Schutzkleidung“ auf dem nackten Oberkörper trägt, wird nicht mehr viele Möglichkeiten haben, eine eventuelle Kontamination durch Ausziehen der Oberbekleidung zu minimieren. Bei frostigen Temperaturen im zweistelligen Minusbereich – was zu Jahresbeginn auch hierzulande anzutreffen war – sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.

Und auch das Händewaschen mit Wasser und Seife ist keine unnütze Maßnahme – Krankheitserreger sieht man eben nicht. In Zeiten von Schweinegrippe & Co. mahnten die Hygieneexperten, auf das Händeschütteln zu verzichten, da die Hände im mikrobiologischen Sinn zu den größten „Dreckschleudern“ gehören. Der Ratschlag Vor dem Essen Händewaschen nicht vergessen ist durchaus ernst zu nehmen, vor allem dann, wenn man kein Besteck benutzt, sondern das belegte Brötchen oder anderes Fingerfood in die Hand nimmt.

Bei der Wasseranwendung im Zusammenhang mit der Dekontamination von Händen oder größeren Hautarealen (bis hin zum kompletten Duschen) ist darauf zu achten, dass das Wasser nicht zu warm ist. Auch wenn der Heißwasserbereiter vom GW Dekon-P für angenehme Wassertemperaturen sorgen kann, ist lauwarmes Wasser besser geeignet, da sich bei höheren Temperaturen die Hautporen öffnen und damit Inkorporationsgefahr besteht. Im Zweifelsfall also lieber etwas kühler duschen, auch wenn das bei frostigen Außentemperaturen im Dekon-Zelt vielleicht nicht so angenehm ist.

Die Seife bzw. das Duschgel sollten pH-neutral sein, um die Haut nicht zusätzlich zu belasten. Handwaschpasten mit abrasiven Bestandteilen sind bei Kontamination mit Gefahrstoffen absolut fehl am Platz! Wenn nach dreimaligem Waschen/Duschen kein Dekontaminationserfolg zu verzeichnen ist, sollten weitere Versuche unterbleiben, um die Haut nicht zusätzlich aufzuweichen bzw. zu schädigen und stattdessen ein Arzt oder Fachberater hinzugezogen werden.

(Fortsetzung folgt)

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