Umrechnung ppm in mg/m3

Wer kennt das Problem nicht: Bei der Stoffrecherche stößt man auf Grenzwerte, die in mg/m3 angegeben sind, doch dummerweise zeigen die Messgeräte den Messwert in ppm an.

Wie kann man jetzt das Messergebnis in mg/m3 umrechnen?

Auf der Suche nach einer Möglichkeit für die Umrechnung sind wir auf der Homepage der Firma Ansyco auf einen Online Umrechner gestoßen.

Da Funklöcher in Deutschland leider keine Seltenheit sind und man deshalb damit rechnen muss, dass kein Internet am Einsatzort zur Verfügung steht, haben wir vom Team ABC-Gefahren.de bei Ansyco nachgefragt, was hinter dem Online-Umrechner steckt. Ein besonderes Danke Schön gilt Herrn Dr. Klaus Kaltenmaier von der Firma Ansyco für den hervorragenden Service! Er hat nicht nur alle Fragen zu dem Thema beantwortet, sondern uns gleich zwei Alternativen zum Online-Umrechner zur Verfügung gestellt:

1. Man kann die Umrechnung selbst mit Zettel, Stift, Taschenrechner und der richtigen Formel durchführen

ßi ist die Massenkonzentration der Komponente i in mg/m3 (Einheiten unbedingt beachten!)

Mi ist die molare Masse der Komponente in g/mol

P Referenz ist der Bezugsdruck. Hier wird normalerweise der Normdruck von 1013 mbar eingesetzt

10 ergibt sich als Umrechnungsfaktor, weil keine konsistenten Einheiten verwendet werden

R ist die Universelle Gaskonstante = 8,314472 J/(K·mol)

T Referenz ist die Bezugstemperatur. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Man sollte also versuchen, herauszufinden, auf welche Werte sich der Literaturwert bezieht! In Deutschland findet normalerweise die Normtemperatur von 20°C = 293,15 K Verwendung (Achtung: Temperaturen immer in Kelvin umrechnen)

X i ist der Messwert in ppm

2. Wem die Rechnerei mit der Formel zu kompliziert ist, der kann mit Hilfe eines Laptops mit der Excel-Tabelle arbeiten, die ab sofort im Download-Bereich von ABC-Gefahren.de zur Verfügung steht 😉

8 Comments

  1. Ch. Richter

    der „großzügige“ Umgang mit Maßeinheiten ist leider immer wieder anzutreffen. Volumenkonzentration ist eben nicht gleich Massenkonzentration. Deshalb sollten wir unseren Kameraden immer wieder anhalten zu allen übermittelten Werten immer die Masseinheit mit anzugeben.
    Gut das der Hinweis noch einmal erfolgt und auch ein entsprechendes Hilfsmittel angeboten wird. Allerdings ist bei der Exceltabelle darauf zu achten, dass die untere Umrechnung mit der Temperatur und dem Druck der oberen Umrechnung verknüpft ist. Also entweder ändern oder löschen, sonst könnte es schief gehen.

    MfG

    Ch. Richter

  2. Bettina Leschhorn

    Hallo, kann es sein, dass in der Exceltabelle noch ein Fehler ist? Es müsste mg/l als Einheit angegeben werden oder das 1000-fache als Ergebnis errechnet werden. Im Online-Rechner entspricht die Einheit (mg/m³) dem Ergebnis!

    Kann das bitte jemand mal nachprüfen?

    Grüße aus Hessen

  3. Hi Andrea,

    zuerst rechnest du mg/kg (mg/kg = ppm 😉 in mg/m3 um wie oben beschrieben.

    Anschließend rechnest du die mg/m3 in ng/m3 um. Weil der Nenner gleich bleibt ist die Umrechnung gleich der Umrechnung von mg in ng (mg*1.000.000 = ng):
    mg/m3 * 1.000.000 = ng/m3

    schöne Grüße,

    Markus

  4. Harald Reinmüller

    Hallo Markus,

    vielen Dank für diese Erklärungen!
    Muss ich bei der Umrechnung (ppb nach ug/m3) diese Norm-Temperatur und den Norm-Druck oder soll ich die gleichzeitig ermittelten Messwerte für Temperatur und Druck verwenden?

  5. Markus Held

    Hallo Harald,

    wenn Druck und Temperatur am Messort gemessen wurden sind die gemessenen Werte zur Umrechnung des Messwerts zu verwenden.

    Bei Umrechnung von Literaturwerten finden die Normwerte Verwendung. Problematisch ist, dass je nach Bestimmungsverfahren als Normtemperatur 20°C oder 25°C verwendet wurden. Im Hinblick auf die Messgenauigkeit unserer Standardmessmittel halte ich die mögliche Abweichung bei der Umrechnung für vertretbar und arbeite standardmäßig mit 20°C Normtemperatur bei Umrechnung von Literaturwerten, wenn keine Angaben zum „Herkunftsort“ des Werts dabei stehen.

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