Interschutz 2010: Der Explo Trainer

Interschutz 2010: Der Explo Trainer

Viele Wehren führen Explosionswarn- oder Mehrgasmessgeräte auf dem Erstangreifer mit. In der Regel schauen die Übungen so aus: Gerät anschalten, auf das Display schauen, Gerät wieder ausschalten.

Und wenn das Gerät im Einsatzfall auf einmal zu pfeifen und blinken beginnt verhält sich der vorgehende Trupp in der Regel falsch.  Doch wie kann man mit solchen Messgeräten üben, ohne sich selbst und die Kameraden in Gefahr zu bringen und nebenbei das Messgerät zu schonen, damit es im Ernstfall zuverlässig zur Verfügung steht?

Die Antwort liefert die Firma Haagen Fire Products mit dem Explo Trainer.

Dieser bietet eine Vielzahl an Trainingsmöglichkeiten im Umgang mit Explosionswarn- oder Mehrgasmessgeräten.

Er besteht aus einer Fernsteuerung für den Ausbilder, einem Messgerät (ein Viergasmessgerät, diese Displayanzeige kann man auch nicht verstellen), drei Transmittern, einer Sonde, einem Ladegerät und einem Stromadapter. Alle Geräte sind mit Akkus ausgestattet und können auch im Netzbetrieb benutzt werden. Zudem ist eine Messlanze im Set enthalten, die ans Messgerät angeschlossen werden kann.

Mit der Fernsteuerung kann der Ausbilder einstellen, welches Gas in welcher maximalen Konzentration gemessen werden soll. Der Explo Trainer arbeitet mit 4 Gassorten, zwischen denen man wählen kann: Sauerstoff (O2), Kohlenstoffmonoxid (CO), Schwefelwasserstoff (H²S) und UEG (untere Explosionsgrenze)

Der Ausbilder kann neben der Gassorte einstellen, auf welche Art und Weise welche Menge des jeweiligen Gases freigesetzt wird. Vom langsamen kontinuierlichen Ausströmen eines Gases aus einem kleinen Leck bis hin zur explosionsartigen Freisetzung großer Mengen ist alles möglich.

Die drei Transmitter entsenden Schallwellen, auf die das Messgerät anspricht. Die Sensoren werden im Raum verteilt und simulieren eine für das eingestellte Szenario passende Gaswolke. Je nach Szenario kann es auch ausreichend sein, einen einzelnen Sensor im Raum zu platzieren. Es müssen nicht zwangsläufig immer alle drei eingesetzt werden.

Das Messgerät empfängt die Schallwellen der Transmitter und wandelt diese in passende Messergebnisse um. Je näher der Trupp mit dem Gerät der Quelle kommt, desto höher steigen die angezeigten Messwerte (je nach Ausbilder-Einstellung langsam bei kontinuierlicher Freisetzung kleiner Mengen oder sehr schnell bei explosionsartiger Freisetzung) und bei Überschreitung der Alarmgrenzen pfeift und blinkt das Gerät (es ist wie die normalen Mehrgasmessgeräte mit zwei Voralarmen ausgestattet).

Man kann somit z.B. beüben, wie unterschiedlich sich die verschiedenen Gase in Abhängigkeit der Art der Freisetzung und der ausgetretenen Menge verhalten, wie man mit dem Messgerät Leckstellen aufspürt und wie man sich richtig verhält in Abhängigkeit des vorliegenden Gases in der gemessenen Konzentration.

Der Explo Trainer kostet 2485 EUR. Da es die einzige mir bekannte Möglichkeit ist, alle Facetten im Umgang mit Explosionswarn- oder Mehrgasmessgeräten realitätsnah zu beüben, halte ich den Preis für angemessen.

Zur realistischen Darstellung von Übungsszenarien hat Haagen weitere Produkte im Angebot. Unter anderem gibt es die Sizzling Gasbottle (565 EUR), mit der eine leckende Gasflasche inszeniert werden kann. In ihr befindet sich ein Elektronikteil, das beim Öffnen des Gashahns ein zischendes Geräusch verursacht, dessen Lautstärke durch Auf- und Zudrehen des Gashahns stufenlos regelbar ist.  Um das richtige Verhalten bei Unfällen mit KFZ mit Gastank beüben zu können gibt es den Sizzling LPG Tank (Preis nicht bekannt), der nach dem selben Prinzip wie die Sizzling Gasbottle arbeitet.

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