Vom 22. bis 25. September 2026 treffen sich in Essen Fachleute aus Sicherheitswirtschaft, Bevölkerungsschutz und Verteidigung. Die Programme der security essen und der parallel stattfindenden EURO DEFENCE EXPO zeigen: CBRN-Schutz wird zunehmend als gemeinsame Aufgabe von Gefahrenabwehr, Bundeswehr, Gesundheitswesen, KRITIS-Betreibern und Industrie verstanden.
Programmstand: 20. September 2026. Änderungen sind möglich.
Die wichtigsten CBRN-Termine
Datum und Uhrzeit
Programmpunkt
CBRN-Relevanz
22.09., 13:30 Uhr
Drohnen und autonome Systeme im Bevölkerungsschutz
Abgesetzte Aufklärung und Detektion
22.09., 14:30 Uhr
CBRNE, Sabotage und hybride Bedrohungen
Direkter CBRNE-Schwerpunkt
22.09., 15:30 Uhr
Blackout und Infrastrukturausfall
Einsatzfähigkeit und Resilienz
22.09., 16:30 Uhr
Lagebild und Vernetzung
Führung bei komplexen Lagen
23.09., 11:15 Uhr
Gesundheitsversorgung, Wehrmedizin und Krisenreaktion
Medizinische CBRN-Vorsorge
23.09., 13:30 Uhr
Innovation in der Sicherheitsvorsorge
Staatlich-industrielle Zusammenarbeit
23.09., 14:30 Uhr
ABC-Schutz als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe
Direkter ABC-Schwerpunkt
Dienstag: CBRNE und Bevölkerungsschutz
Der fachlich dichteste CBRN-Block der security essen findet am Dienstag im Blaulichtforum in Halle 5 statt.
Um 13:30 Uhr geht es um den Einsatz von Drohnen und autonomen Systemen für Aufklärung, Detektion und Rettung. Für CBRN-Lagen sind solche Systeme vor allem als Sensorträger und zur Erkundung gefährlicher Bereiche interessant. Sie können erste Messdaten liefern, ohne Einsatzkräfte unnötig einer Kontamination auszusetzen.
Der wichtigste Einzeltermin folgt um 14:30 Uhr: Wolf Münchmeyer von Airsense Analytics und Dr. Christian Endress von der Trainingsbase Weeze sprechen über „CBRNE, Sabotage, hybride Bedrohungen“. Die Verbindung dieser Themen verdeutlicht, dass neben Unfällen auch vorsätzliche Freisetzungen, Anschläge und kombinierte physische sowie digitale Angriffe berücksichtigt werden müssen.
Um 15:30 Uhr behandelt das Forum Blackouts und Infrastrukturausfälle. Ab 16:30 Uhr stehen gemeinsame Lagebilder und vernetzte Einsatzführung im Mittelpunkt. Beide Themen sind für CBRN-Einsätze wichtig, weil Mess-, Warn- und Dekontaminationsmaßnahmen von funktionierender Energieversorgung, Kommunikation und Führung abhängen.
Das vollständige Programm steht auf der Seite des Blaulichtforums.
Parallel beschäftigt sich die EUDEX Conference am Dienstag mit Gesamtverteidigung und zivil-militärischer Zusammenarbeit. Besonders interessant sind die Keynote von Generalleutnant a. D. Alfons Mais um 11:05 Uhr sowie das anschließende Panel zu militärischen Bedarfen und zivilen Potenzialen.
Das Nachmittagsprogramm der EUDEX überschneidet sich allerdings mit dem direkten CBRNE-Vortrag. Für Besucher mit klarem CBRN-Schwerpunkt empfiehlt sich daher am Dienstagvormittag die EUDEX und ab 13:30 Uhr das Blaulichtforum.
Mittwoch: ABC-Schutz im Zentrum der EUDEX
Am Mittwoch rückt der ABC-Schutz direkt in den Mittelpunkt der EUDEX Conference.
Von 11:15 bis 12:15 Uhr diskutieren Vertreter des Universitätsklinikums Essen, von Beth-El Europe und der Bundeswehr über Gesundheitsversorgung, Wehrmedizin und Krisenreaktion. Das ist insbesondere für biologische Ereignisse, Strahlenlagen und die Versorgung kontaminierter Verletzter relevant.
Um 13:30 Uhr folgt ein Panel zur Innovation in der Sicherheitsvorsorge mit Vertretern von WIMCOM, THW und Kärcher Futuretech. Dabei geht es um die Zusammenarbeit von Staat und Industrie – unter anderem eine wichtige Voraussetzung für einsatzfähige Mess-, Dekontaminations- und Versorgungssysteme.
Der Pflichttermin beginnt um 14:30 Uhr: „ABC-Schutz als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe“. Auf dem Podium sitzen:
- Dr. Michael Heidinger, Fachberater ABC des Kreises Wesel,
- Oberst Tim Richardt, Kommandeur der Schule ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben der Bundeswehr,
- Oberbrandrat André Schild, Standortleiter der Analytischen Task Force Bio der Feuerwehr Essen.
Damit verbindet das Panel kommunale Gefahrenabwehr, militärische ABC-Abwehr und spezialisierte biologische Analytik.
Drohnen, KRITIS und hybride Gefahren
Ergänzend bietet die Europäische Drohnen-Fachtagung Vorträge zu UAS beim Schutz kritischer Infrastrukturen, automatisierten Drohnenlösungen, Sensorintegration und Drohnenabwehr. Für den CBRN-Schutz sind Drohnen sowohl als Aufklärungs- und Messplattform als auch als mögliche Bedrohung relevant.
Die DNS-Konferenz behandelt zudem Angriffe auf vernetzte Geräte und Industriesteuerungen. Gerade bei Anlagen mit Gefahrstoffen müssen Cybersecurity, Prozesssicherheit und CBRN-Notfallvorsorge gemeinsam gedacht werden.
Am Freitag ergänzt das KRITIS-Forum die Themen um betriebliches Gefahrenmanagement, Perimeterschutz, Lagebewertung und Krisenmanagement.
Fazit
Die Programme zeigen, dass moderner CBRN-Schutz weit über Messung, Dekontamination und persönliche Schutzausrüstung hinausgeht. Gefordert sind belastbare Führungsstrukturen, medizinische Vorsorge, sichere kritische Infrastrukturen, funktionierende Lagebilder und eine eingeübte zivil-militärische Zusammenarbeit.
Die beiden wichtigsten Termine sind:
- 22. September, 14:30 Uhr: CBRNE, Sabotage und hybride Bedrohungen
- 23. September, 14:30 Uhr: ABC-Schutz als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe
Wer diese beiden Veranstaltungen mit den Vorträgen zu Drohnen, Gesundheitsversorgung und KRITIS kombiniert, erhält einen kompakten Überblick über die aktuellen Entwicklungen der zivilen und militärischen CBRN-Gefahrenabwehr.
Programme:
